Morphometrie, Farbe und Bienenrasse - Reinzuchtgebiete sind undurchführbar!

Arjen

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Morphometrie, Farbe und Bienenrasse - Reinzuchtgebiete sind undurchführbar!

http://www.apigenix.com/cms/images/Downloads/Morphometrie_versus_Genetik_SBZ-03-2016.pdf

Wie man dieser Arbeit von Dr. Soland aus der Schweiz entnehmen kann, ist "der Aussagewert der Morphometrie .. damit nicht viel höher, als die Wahrscheinlichkeit, beim Werfen einer Münze Kopf oder Zahl zu erhalten." In dem Artikel verweist die Frau Dr. auf eine Studie von Ruttner der das gleiche schon 1953 nachwies. Im Text heißt es: "Die Unzulänglichkeit der Morphometrie für die praktische Bienenzucht erkannte Ruttner bereits 1953 bei seiner Arbeit über den Cubitalindex in Kreuzungsversuchen." [Ruttner, F. (1953) Über die Vererbung einiger Rassemerkmale bei der Honigbiene (Apis mellifica). 4: 193-190] Und weiter im Text: "In den 1990er Jahren kam die Diskussion über die Verlässlichkeit der morphometrischen Messungen in der Praxis erneut auf, nachdem festgestellt wurde, dass Bienen der Zuchtpopulation [also Reinzuchtköniginnen und keine Landbienen], die der Basismorphometrie des Deutschen Imkerbundes entsprachen, mit der Standardmorphometrie Ruttners nicht mehr klar zugeordnet werden konnten. Sie entsprachen keinem klaren Rassestandard mehr." [Moritz, R. F. A. (1991) The limitations of biometric control. Journal of Apicultural Research. 30: 54-59]
Zu ähnlichen Ergebnissen kam die Universität Aaarhus in Dänemark unter Per Kryger. Auch eine Diplomarbeit von Martina Siller (Schülerin von Pechhacker) an der Boku Wien weist darauf hin, dass Morphometrie und Genom nicht immer übereinstimmen. Und eine noch unveröffentlichte Arbeit von Dr. Heinze aus Wien, auf die in der Zeitschrift Arche Austria hingewiesen wird, kam bei aktuellen Kontrollen der Öst. Dunklen genetisch vs. Morphometrie, laut dem Artikel in der Zeitschrift Arche Austria, zum selben Schluss.
Angesichts der vorliegenden Wissenschaftlichen Arbeiten, ist es hoch an der Zeit, dass uns die zuständigen Politiker, Zuchtdirektoren, Imkerbund und Sachverständige aus den Bundesländern Wien, NÖ, Stmk und Kärnten erklären, wie sie sich die Durchsetzung und Kontrollen der in diesen Bundesländern geplanten RZ Gebiete in der Praxis vorstellen?
Die Morphometrie als Unterscheidungsmerkmal wurde klar wiederlegt. Wie erkennt man also eine reine Carnica die dem Gesetz entspricht? Die Farbe ist es ja nicht, wie man mehreren historischen Quellen entnehmen kann. Zb. dem Vortrag von Singer 1970 in der Schweiz. Demzufolge hatten bis zu 40% der Arbeiterinnen im Carnica Ursprungsgebiet am Balkan farbige Ringe. Nur die Farbe als Unterscheidungsmerkmal? Grau = Carnica? Die 2 Fotos unten im Anhang stammen von einer Reinzuchtbuckfast aus dem VSH Zuchtprogramm vom Öst. Buckfastzuchtverband gemeinsam mit der Arista bee research Stiftung. Diese Biene ist zu 100% Buckfast, baut perfekt 4.9er Zellen und hat sehr hohe VSH Werte und .... sie hat keinen einzigen farbigen Ring. Alle Bienen sind grau.
Angesichts der Fotos und der wissenschaftlichen Arbeiten, seit ihr euch alle sicher, dass eure grauen Bienen reine Carnica sind?

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Mehr Infos auf https://www.facebook.com/buckfast.at


 

obi

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kommt nur bei höchstens bei 5%der Völker vor
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bei uns in Kärnten kannst jede Rasse pflegen ganz egal sie müssen nur grau sein,
so die Aussage des Sachverständigen bei meiner Überprüfung.
Da hat Arjen schon Recht obwohl er Prügel dafür bekommt...
 

Beehouser

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Sehr interessant, der Arjen schießt hier den "Vogel" ab. Auf jeden Fall ein guter Beitrag.
 

Arjen

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Geht nicht drum den Vogel abzuschießen es geht drum Dinge richtig zu stellen und manches muss geklärt werden!
Frag mich wo der Zug in der Imkerei falsch abgebogen ist .....
Vielleicht sollten wir einen eigenen Treat machen über "ALTE LITERATUR"

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