Hallo, Beutenmaler!
Chemieunterricht, erste Stunde: Öle dispergieren in Wasser!
Wenn Öl verwendet wird, wird der Regen das Öl, dispergiert im Regenwasser, fortschwemmen.
Ölfarben und Öllacke sind was Anderes, obwohl sie überwiegend aus Öl bestehen.
Öllack besteht aus gekochtem Öl, meist Leinöl, nennt sich Firnis.
Wenn der Firnis Siccative enthält, wird nach dem Verstreichen unter Sauerstoffeinfluss eine Art Harz daraus, das dann nicht mehr im Wasser dispergiert. Nur so taugt Leinöl!
So ist es aber zu dick. Verdünnungmittel muss noch hinein. Orangenterpene, oder Terpentinersatz, der auch Testbenzin genannt wird.
Natürliches Terpentin, das aus Terpenen (Kieferartigen) gewonnen wird, ist seit den 60 er Jahren verboten weil es bei Malern gehäuft zu schweren Berufkrankheiten gekommen ist.
Terpentin ist aber wieder da. Das aus Orangenschalen gewonnene. Ist aber auch schon wieder ins
Gerede gekommen wegen Hautproblemen.
Testbenzin, ein Erdölprodukt, scheint noch die am Wenigsten Ungesunde Verdünnung zu sein.
Streicht man solchen Öllack hat man nach einer Woche Trocknung einen wasserfesten, transparenten Lackfilm.
Wenn diesem Lack Farbpigmente beigefügt werden, z. B. Eisenrot, Okker, Sienaerde, oder weisses Titanoxid,
nennt man das Ganze Ölfarbe.
Handelt es sich bei den Farbpigmenten um sehr wenig davon und für noch bessere Optik um transparente Farbpigmente, so nennt man das Lasur.
Und das ist meine Empfehlung: Lasur in hellen Farbtönen. Hell, damit die Sonne die Kisten nicht zu sehr erwärmt. Dann wird es den Bienen nicht zu warm ,das Holz reisst weniger und die Leimfugen halten länger.
Nicht zu wenig von hellen Farbpigmenten verhindern das Vergrauen des Holzes.
Vergrauen wäre eigentlich nicht schlimm. Aber ein Anstrich kann so nicht halten, denn Vergrauen kommt vom UV Licht, das das lange Zelloluosemolekyl zerbricht. Im Fall von ungestrichenem Holz tragen Wind und Regen diese kaputten Moleküle ab. Dabei werden auch noch halbwegs erhaltene Fasern frei und lose. Die holen sich dann die Wespen zum Nestbau. Darum sind Wespennester grau.
Farblose Lasur kann es nicht geben, owohl es auf manchen Dosen steht - ist es farblos, ist es Lack.
Streicht man farblosen lack auf Holz, wird im Freien die Sonne das Holz unter dem Lack vergrauen und der
Lack fällt zusammen mit den zerstörten Holzmolekylen runter.
Noch etwas löst Anstriche: Feuchte von innen.
Die haben wir, wenn das Holz irgendwo Wasser aufsaugt. Etwa durch schlechte Deckel oder Erdkontakt.
Oder unvermeidbar, durch Feuchte, die die Bienen erzeugen.
Beides wandert, wenns warm ist, durchs Holz hindurch nach aussen, staut sich unter der Lackschicht und wirft diese ab.
Dagegen hilft nur ein dünner, poorenoffener (diffusionsoffener) Anstrich.
Weil sich aus dem Öl, Harz bildet, nennt man dies Farben heute Naturharzfarben, wenn natürliche Pflanzenöle wie Leinöl verwendet wurden, (z.B. Erdnussöl wird auch verwendet)
Und Kunstharzfarben, wenn Erdöl verwendet wird.
Bei Beiden kommen noch weitere Stoffe hinzu, um z. B. Dickflüssigkeit oder Elastizität zu verbessern.
Das sind z. B. In kleinen Mengen Tonmineralien (Bentonit) und Wachse wie Karnauba.
Für den Fall, dass die Anstriche nicht selbst hergestellt werden sollen und nicht zu viel kosten sollen und giftfrei sein sollen empfehle ich Folgendes:
Hellgefärbte Dickschichtlasur, die für letzten Überzug gedacht ist, kaufen. So eine, die keine Imprägniergifte enthält. Aus Naturharz oder Kunstharz. Verdünnbar mit Orangenterpentin, der auch verharmlosenderweise Balsam heissen kann. Oder verdünnbar mit Terpentinersatz. (Testbenzin)
Naturharze heissen auch Alkydharz. Sie sind normalerweise elastischer und etwas dauerhafter als Kunstharze, die vom Erdöl kommen.
Hab Besuch bekommen, mache später fertig
Alkydharz nicht verwechseln mit Acrylharz, das meist wasserverdünnbar ist.
Acryl leiber nicht verwenden. Es hält nicht lang und wandert dann in Form von Microplastik durch die Welt.
Typisch für Acrylfarben ist, dass sich der eigentlich gut erhaltener Farbfilm in Fetzen ablöst.