Varroabekämpfung mit Thymol - Problem bei hohen Temperaturen?

Manny

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Hallo an alle,

ich spiele mit dem Gedanken heuer die Varroabehandlung im Sommer mit Apiguard, Apilife Var oder Thymovar durchzuführen, sprich mit (überwiegend) Thymol. Nun lautet aber die Empfehlung der Hersteller dieser Produkte, dass die Temperatur maximal 30°C betragen sollte. In meiner Gegend (südliches Wiener Becken mit Einfluss des pannonischen Klimas) gehen die Temperaturen aber bis Ende August locker mal auf 35°C rauf, was schon deutlich über den Empfehlungen liegt. Ich fürchte, dass bei solch hohen Temperaturen die Dämpfe für die Bienen unangenehm oder sogar tödlich werden könnten.

Sind meine Sorgen begründet? Der eine oder andere hier hat sicherlich Erfahrungen mit diesen Produkten.

Wie ist es eigentlich mit der "Geruchsbelästigung"? Bei einem Imkerkurs habe ich mal von der Entfernung an einem solchen Produkt gerochen und festgestellt, dass der Geruch schon recht intensiv ist, sogar außerhalb der Beute. Wenn die ganze Umgebung bei der Behandlung dann nach Thymol riecht, ist das auch nicht ideal.

Klar habe ich auch andere Behandlungsmethoden in petto, aber zwecks "Abwechslung" (es kann ja nicht schaden nicht immer dasselbe Mittel anzuwenden) dachte ich mir ich probiere es mal mit ätherischen Ölen. Wenn Ihr mir davon abratet, verzichte ich natürlich darauf.

Danke schon einmal für die Teilung Eurer Erfahrungen!!


Viele Grüße,
Manny
 
Hoi,

also ich würde davon abraten einmal alleine wegen dem Geruch der auch in der Kiste und im Wachs bleibt. Wenn man es einmalig macht ist es vll. nicht so schlimm, aber ich habe mal eine Kiste aufgemacht von einem Imker der das jedes Jahr macht und da verging es mir. Manche behaupten ja es hat auch Einfluss auf den Honiggeschmack im nächsten Jahr, da habe ich aber keine Erfahrung.


Selber habe ich es aber noch nie verwendet, also kann ich zur Wirksamkeit nur auf die jährliche Winterverluste Umfrage hinweisen. Hier zeigt sich, dass alle paar Jahre die TeilnehmerInnen, welche Thymol zur Sommerbehandlung einsetzen im Durchschnitt höhere Winterverluste erleiden.

Endbericht Zukunft Biene, Seite 123 bzw. Ergebnisse Seite 93: https://dafne.at/content/report_release/28dd430b-e9e4-4226-b378-84ef591cf92e_1.pdf

Cheers
Hannes
 
Hallo,

habe beste Erfahrungen damit gemacht, nach der Anwendung riecht da auch nichts mehr, sogar Beprobungen fielen gut aus.

Spätestens beim Einschmelzen verflüchtigt es sich eh zu einem großen Teil aus dem Wachs und bei Dadant können auch keine Brutraumwaben in den Honigraum gelangen.

Ameisensäure riecht eindeutig schlimmer bei der Anwendung, meine ich. Von oftmals hohen Brut- und Königinnenverlusten gar nicht erst zu reden.

In Italien wird viel mit Thymovar behandelt. Da ist gerade wegen der Hitzeproblematik Ameisensäure verpönt.

An die Gebrauchsanweisung gilt es sich temperaturmäßig zu halten. Ob und welche Spielräume bestehen kann und möchte ich nicht sagen.

Und die Behandlung muss früh beginnen, spätestens ca. am 15.7., denn erst nach 2 Wochen setzt die Wirkung richtig ein.

Bernhard Heuvel behandelte mit Varromed träufeln vorher/währenddessen zusätzlich.

Manche wenn nötig auch in Kombi mit Kurzzeit AS und danach Langzeit Thymovar gegen Reinvasion.

Grüße,
Daniel

PS: Probiers doch mal mit nem Teil der Völker wenn du dir nicht sicher bist.

PPS: Die Streifen müssen nach oben und unten abdampfen können, ich leg sie dazu auf ein Absperrgitter unter Deckel. Boden muss geschlossen sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Noch was: man sollte an einem Stand immer alle Völker damit behandeln, weil aufgrund des überdeckten Stockgeruchs sonst Räubereigefahr besteht.

Grüße,
Daniel
 
Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht wie Hannes. Der Thymolgeruch geht einfach nicht raus, erst beim Einschmelzen ist er, zumindest aus den Wachs, weg. Die Zarge riecht jetzt, nach 2 Jahren, immer noch ...
und geholfen hat es auch nicht, aber das ist ein anderes Thema.

Wolfgang

der Thymol definitiv nicht mehr anwendet
 
Hallo,

laut wissenschaftlich basierten Aussagen des staatlichen Tiergesundheitsdienstes Bayern geht der Thymolgehalt im Wachs bei voll besetzten Bienenwaben nach wenigen Wochen um 100 Prozent auf Null zurück.

Bei offener Mittelwandlagerung in Zargen nach einem Jahr um 100 Prozent auf Null.

Siehe Tabelle in der im Anhang befindlichen (im Internet öffentlich zugänglichen) PDF. Trotzdem werden da natürlich die Nebeneffekte der Thymolbehandlung auch aufgeführt und man kann das auch kritisch sehen. Aber andere Behandlungsmittel haben halt wieder andere kritischen Effekte. Muss man abwägen.

WICHTIG: In mehrzargigen Beuten wirkt es weniger, und natürlich müssen die Streifen nach der angegebenen Zeit wieder raus. Nicht vergessen oder länger als vorgesehen drin belassen, dann sollte es weder geruchlich noch in der Wirkung Probleme geben.

Viele Grüße,

Daniel
 

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  • wachsmanagement_bei_einsatz_von_thymol(1).pdf
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Vielen Dank für Eure Antworten!

Da gibt es offensichtlich ziemlich konträre Meinungen/Erfahrungen, aber ich kann mir nun besser ein Bild machen.


Schönen Tag,
Manny
 
Hier noch ein sehr guter und interessanter Überblick zu Vorteilen und Nachteilen von Thymovar:

 
Wie ich schon schrieb - ich verwende es nicht mehr. Letztes Jahr hab ich Varromed eingesetzt und hatte nur 1 Volk Verlust, der sich aber im Herbst bereits abzeichnete.

Wolfgang
 
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